Inklusiv Arbeiten im allgemeinen Arbeitsmarkt – Bundesweite Aktionswoche der Agenturen für Arbeit

Auftakt zur „Woche der Menschen mit Behinderung“ der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz-Saarland und der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen e.V. (BAG IF) im „natürlich mainz“, Bioladen mit Bistro.
Die Aktionswoche zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen der Agenturen für Arbeit findet bundesweit vom 3. bis 7. Dezember statt. Sie soll in diesem Jahr nach 2011 zum zweiten Mal auf die Potenziale von schwerbehinderten Menschen im Arbeitsleben aufmerksam machen. Die Regionaldirektion und die Agenturen für Arbeit informieren zu allen Fragen der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und verfolgen damit auch das Ziel, noch immer bestehende Vorurteile abbauen. Was lag näher als einen Besprechungstermin des Vorsitzenden des Beirates der BAG IF, Dr. Richard Auernheimer und des BAG-Geschäftsführers Berthold Sommer am 03.12.2012 mit der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Heidrun Schulz, in Mainz zum Anlass zu nehmen, die besprochenen Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit durch die betriebliche Praxis eines Integrationsbetriebes vor Ort zu untermauern.

Was alles bei der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung mit Kreativität in einem inklusiven Arbeitsumfeld machbar ist, wurde den Besuchern des Bioladens/Bistros in der Mainzer Neustadt, Frau Henrike Trapp-Heinz (Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Mainz), die Karl-Heinz Schmidt vom Fachbereich Markt und Integration der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland begleitete, anschaulich vor Augen geführt. Das „natürlich“ ist attraktive Arbeitsstätte für 25 Mitarbeitende der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen (gpe), die neben dem Bioladen auch noch das Café Forster, den CAP-Markt in Weisenau und das Hotel INNdependance als weitere Integrationsbetriebe in Mainz betreiben. Geschäftsführerin Claudia Rustige erläuterte: „Integrationsfirmen sind ganz normale Betriebe. Sie erfüllen aber auch einen sozialen Zweck, denn sie bieten besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen einen tarifentlohnten Arbeitsplatz. Zwischen 25% und 50% der Belegschaft eines Integrationsbetriebes haben ein Handicap. Integrationsfirmen müssen den weitaus größten Teil ihrer Kosten selbst erwirtschaften. Sie erhalten lediglich Nachteilsausgleiche für die beschäftigten Menschen mit Behinderungen“.
Schulz wies darauf hin, dass im November 2012 in Rheinland-Pfalz rund 6 300 schwerbehinderte Menschen arbeitslos waren, 80 weniger als ein Jahr zuvor.
Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen ist damit aber praktisch seit drei Jahren unverändert geblieben. Diese Arbeitslosen profitieren bisher nur in geringem Umfang von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Wie auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sonst bestehen die größten Chancen, eine Beschäftigung zu finden, bei gut qualifizierten schwerbehinderten Menschen in der mittleren Altersgruppe.
Beim fachlichen Austausch, der sich dem Betriebsbesuch anschloss, bekräftigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer deshalb auch Handlungsbedarfe und -optionen ihrer Organisationen vor allem beim Übergang junger Menschen mit Behinderung von der Schule in den Beruf und zur Erwerbspartizipation älterer schwerbehinderter Menschen. Dabei kommt der Gewährung von Teilhabeleistungen am Arbeitsleben durch die Agenturen für Arbeit eine wichtige Rolle zu.
Individuelle und kreative Gestaltungsmöglichkeiten bietet hier die Leistungsform des persönlichen Budgets. Die Agentur für Arbeit Mainz arbeitet an dessen verstärkter Umsetzung bei der Bewilligung von Leistungen zur Integration von Menschen mit Behinderungen im allgemeinen Arbeitsmarkt, so Henrike Trapp-Heinz.IMG_12_1203BAGGPEBA alt=”BAGIF_AgenturfürArbeitAktionswoche2012natürlich_mainz” title=”IMG_12_1203BAGGPEBA” width=”300″ height=”193″ class=”size-medium wp-image-1232″ />[/caption]

Informierten sich im „natürlich“ über einen Mainzer Integrationsbetrieb der gpe:
von links: Henrike Trapp-Heinz (Agentur für Arbeit), Dr. Richard Auernheimer (Beiratsvorsitzender der BAG IF), Claudia Rustige (Geschäftsführerin der gpe), Berthold Sommer (Geschäftsführer BAG IF) und Karl-Heinz Schmidt (Regionaldirektion Bundesagentur für Arbeit Rheinland-Pfalz/Saarland)