Leitsätze der bag if

Ende der 70er Jahre wurden in Deutschland als Antwort auf die steigende Arbeitslosigkeit die ersten Inklusionsbetriebe zur Beschäftigung von Menschen mit seelischen Erkrankungen und Behinderungen gegründet. Seitdem steigt die Zahl der Firmen beständig an. Heute beschäftigen rund 900 Inklusionsunternehmen 12.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen und Leistungseinschränkungen.

Die Gesellschafter dieser Unternehmen, sowie gemeinnützige Inklusionsvereine und Träger von Initiativen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, haben sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen e. V. eine gemeinsame Plattform geschaffen und folgende Leitsätze entwickelt:

1 Eine gemeinsame Organisation

Wir sind der Zusammenschluss der Inklusionsfirmen und Träger von Inklusionsbetrieben in Deutschland, deren Ziel die Förderung der beruflichen und sozialen Teilhabe von Menschen mit Behinderung ist. In unserer Arbeitsgemeinschaft sind gemeinnützige Betriebe, private Wirtschaftsunternehmen, Beschäftigungsgesellschaften und Träger von Arbeitsprojekten partnerschaftlich miteinander verbunden.

Eine lebendige und offene Kommunikation innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft ist für uns ein
hohes Gut. Auf vielfältige Weise gestalten wir den Informationsfluss, das Miteinander- und
Voneinander-Lernen, den Austausch zwischen den Mitgliedsorganisationen und den Verbandsgremien.

2 Eine gemeinsame Vision

Unsere Vision ist die Förderung und Stärkung eines Sozialen Unternehmertums in Deutschland, in dem wirtschaftliches Handeln durch soziales Verantwortungsbewusstsein geleitet wird. Wir wollen so erreichen, dass überall in unserem Land Menschen, die von Behinderung oder anderen Benachteiligungen betroffen sind, einen passenden und attraktiven Arbeitsplatz erhalten können.

3 Ein gemeinsames Ziel

Wir sind tätig für die Interessen unserer Mitgliedsorganisationen. In diesen arbeiten – eingegliedert in die Strukturen des allgemeinen Arbeitsmarktes – Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt miteinander. Inklusionsunternehmen legen besonderen Wert auf ein hohes Maß an Arbeitsplatzsicherheit und auf die Gestaltung einer humanen Arbeitswelt.

Ziel des unternehmerischen Handelns der Firmen ist die Schaffung von Arbeitsplätzen und die dauerhafte Inklusion der Beschäftigten in das Berufsleben.

4 Ein gemeinsames Handeln

Wir begleiten und unterstützen den Aufbau, Ausbau und die Konsolidierung von Inklusionsfirmen in
Deutschland mit dem Ziel, deren Handlungskompetenzen nach Innen und Außen zu stärken und die für sie wesentlichen Rahmenbedingungen positiv zu gestalten.

Den Herausforderungen einer sich ständig verändernden Gesellschaft begegnen wir mit der Entwicklung und Einbringung innovativer Konzepte und zeitgemäßer Lösungsansätze.

Durch Beratung, Fort- und Weiterbildung, Fachseminare fördern wir Kompetenz und Professionalität in unserem Arbeitsfeld.

Als Netzwerk sozialer Unternehmerinnen und Unternehmer wirken wir mit an der Gestaltung von Gesetzen, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischen Programmen und Beschäftigungsinitiativen.

Auf Ebene des Bundes und der Länder als auch auf europäischer und internationaler Ebene stehen wir in Kontakt und Diskussion mit Politik, Ministerien und Verwaltungen und setzen uns ein für den Ausbau und die Bestandssicherung von Inklusionsfirmen.

Wir pflegen die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Institutionen der Wirtschaft, der Behindertenhilfe, der Betroffenen, der Gewerkschaften und der Wissenschaft.

5 Eine gemeinsame Selbstverpflichtung

Wir verpflichten uns einer Gestaltung von Arbeitsbedingungen, die eine Diskriminierung hinsichtlich arbeits- und sozialrechtlicher Faktoren, der Entlohnung und des Geschlechts ausschließt.

In der vom Vorstand am 25.09.2018 verabschiedeten Fassung (Anpassung der Begrifflichkeiten und des
Zahlenmaterials)